Rotkreuzkindergarten München

Wir für den Menschen

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Vorschulkinder des Rotkreuzkindergartens zu Besuch im Rotkreuzklinikum

München I 26.11.2019

Was passiert eigentlich in einer Notaufnahme? Wie schaut ein Rettungswagen von innen aus? Die Vorschulkinder des Rotkreuz-Kindergartens erkundeten bei ihrem Ausflug die Zentrale Notaufnahme des Rotkreuzklinikums München und lernten, wie Ärzte und Pflegekräfte Verletzten und Schwerkranken im Notfall helfen.

Dr. Johannes Maxrath hatte vergangene Woche einen ganz besonderen Einsatz. Der Chefarzt des Notfallzentrums versorgt mit seinem Team aus vier Ärzten und 16 Pflegekräften normalerweise rund um die Uhr Patienten mit Brustschmerzen, Schnitt- und Sportverletzungen oder Alkoholvergiftung. Seine Besuchergruppe hingegen wirkte zwar anfangs noch etwas verhalten, dafür aber gesund und munter und vor allem mit fünf bis sechs Jahren deutlich jünger als seine sonstige Klientel. Die Vorschulkinder des Rotkreuz-Kindergartens zeigten sich dann auch sehr beeindruckt von den Räumlichkeiten der Zentralen Notaufnahme. Maxrath erklärte den elf Kindern, was er tut, wenn jemand mit einer Verletzung zu ihm kommt. „Niemand muss Angst haben, denn wir helfen allen", beruhigte der Notfallmediziner. Um zu demonstrieren, dass ein Verband nicht weh tut, legte er den Kindern eine Bandage an. Die Mutigen kletterten auf die Untersuchungsliege und nahmen die Einmalspritzen genau unter die Lupe. Diese waren ausnahmsweise nicht mit Medikamenten, sondern zur Freude der Kinder mit Süßigkeiten gefüllt.

Die anschließende Besichtigung des Rettungswagens begeisterte vor allem die Buben. Der mit hochmoderner Medizintechnik ausgestattete RTW ist beinahe ein rollendes Krankenhaus und leistet bei der Erstversorgung von Notfällen wichtige medizinische Hilfe. Maxrath war es ein großes Anliegen, den Kindern Impulse für das Verhalten bei Notfällen mitzugeben. „Wenn es jemand nicht gut geht oder etwas Schlimmes passiert ist, dann solltet ihr unbedingt sofort 112 anrufen", schärfte er den Vorschulkindern ein. „Damit die Leitstelle weiß, wie sie helfen kann, müsst ihr euren Namen sagen, wo ihr seid und was passiert ist." Zurück in der Notaufnahme, wurde den Kindern noch Blutdruck und Puls gemessen und zur Erinnerung an das Rotkreuzklinikum das Pixi-Buch „3 Freunde und das Rote Kreuz" überreicht. Die Kinder revanchierten sich beim Team der Notaufnahme mit selbstgemalten Bildern und dem Vorsatz: „Ich will auch einmal Arzt werden!" Maxrath freut sich, Berührungsängste abgebaut zu haben: „Es ist spielerisch leicht, den kleinen Menschen die Angst vor dem Krankenhaus zu nehmen – indem man sie alles hier erleben, berühren und ausprobieren lässt. Wichtig ist, ihnen alles zu erklären, und ihre Sorgen und Ängste ernst zu nehmen."

Kinder sollen bis zum Einschulungstermin einiges können. Dazu gehören nicht nur bestimmte körperliche Voraussetzungen wie Gleichgewicht halten, die Fähigkeit sich zu konzentrieren sowie sich selbstständig die Zähne zu putzen oder an- und auszuziehen. Auch sogenannte Soft Skills sollen trainiert werden. Vorschulkinder sollen die Fähigkeit zu warten entwickeln oder lernen, mit unbekannten Situationen umzugehen. Einerlei, ob Situationen im Straßenverkehr oder im Falle einer Verletzung - das Erzieherteam des Rotkreuz-Kindergartens organisiert Verkehrsschulungen, den Besuch der Zahnfee oder in der Notaufnahme. Für Kindergartenleitung Heike Kamp ist wichtig, dass die Kinder Spaß daran haben, Neues zu entdecken. „Wenn sie gewohnt sind damit umzugehen, das kann ich noch nicht, ich kann das aber lernen, dann ist der Grundstein für einen entspannten Start in die erste Klasse gelegt", versichert die Pädagogin.